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Wolpertshausen

Biogas:
Vollgas geben mit Biomasse

Biogas ist eine der wichtigsten Energiequellen für unsere zukünftige Energieversorgung.

Egal ob die Sonne scheint oder der Wind weht: Energie aus Biogas kann immer gewonnen werden. Die Menge der produzierten Energie hängt nur von einer ausreichenden Versorgung mit biologischen Substraten ab. Neben elektrischer Energie wird hier zugleich auch Wärme erzeugt. Das Beispiel Wolpertshausen zeigt, wie diese sinnvoll durch ein Nahwärmenetz genutzt werden kann.

Die Biomasse, also Rinder- und Schweinegülle sowie nachwachsende Rohstoffe wie Mais oder andere Energiepflanzen werden in einen luftdicht verschlossenen Fermenter gepumpt. Bei einer Temperatur von rund 40° C entsteht aufgrund anaerober Gär- und Zersetzungsprozesse durch methanbildende Bakterien das Biogas. In den anschließenden Substratlagern verbleibt das vergorene Material bis zu seiner Ausbringung als nährstoffreiches und landwirtschaftliches Düngemittel.

Das Biogas wird getrocknet, durch Einblasen einer kleinen Menge Frischluft entschwefelt und dann einem Verbrennungsmotor zugeführt, der einen Generator antreibt. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist; die Wärme in ein Nahwärmenetz, mit dem daran angeschlossene Wohn- und Gewerbegebiete versorgt werden können (Bsp. ökologisches Wohngebiet Wolpertshausen).

Die 1996 fertig gestellte Biogasanlage in Wolpertshausen produziert jährlich rund 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom für die Versorgung von rund 500 - 600 Haushalten und 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr an Wärme für die Versorgung von rund 90 Wohnungen bzw. Einfamilienhäusern. Biogasanlagen sind neben Fotovoltaikund Windkraftanlagen sowie Wasserkraftwerken wichtige Erzeuger von Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen. Ausdrückliches Ziel ist dabei, vorteilhaft Strom und Wärme aus erneuerbarer, nachwachsender und örtlich verfügbarer Biomasse zu erzeugen. Dies schont die Ressourcen an nichterneuerbaren Energieträgern und hilft schädliche CO2 - Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig werden durch den verbesserten Aufschluss der Nährstoffe im Endsubstrat erhebliche Mengen Dünger und damit auch Energie und Rohstoffe eingespart.